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Die Dinge des Lebens

So viele Dinge streifen unser Leben. Dinge, die wir ganz oft nicht beeinflussen können. Weil sie irgendwie an uns vorbei rauschen. Ein schreiendes Kind im Bus zum Beispiel. Was sich lauthals bemerkbar macht. Weil es im Wagen ja nichts sieht, sich unbedingt wie die Großen auf einen Stuhl setzen will, um aus dem Fenster zu sehen.
Eine Gruppe von Jugendlichen, die sich schallend lachend vor einem Einkaufszentrum versammelt hat und mit ihrer Musik einen Radius von 500 Metern beschallt.
Oder zwei alte Menschen, die im Park sitzen und sich über ihre guten alten Zeiten unterhalten.
Dinge eben, die wir wahr nehmen. Die unser Leben streifen, die uns aber nicht beeinflussen. Das eine oder andere nervt uns vielleicht. Über anderes schmunzeln wir nur und gehen einfach weiter.

Aber was ist mit uns selbst? Die Dinge, die wir in der Tat selbst in der Hand haben? Die wir unmittelbar erleben. Weil es unser Leben ist. Die wir beeinflussen können.
Was ist mit den Dingen, die uns vielleicht auch mal runter ziehen? Was mit den Dingen, die wir oft als „Schicksal“ bezeichnen und dabei gar nicht merken, das wir eben dieses „Schicksal“ selbst herbei geführt haben?

Was ist also mit den Dingen, die uns das Leben schwer machen oder denen, die uns auch Freude machen?
Jeder kommt als ein „kleines Häufchen“ Mensch auf die Welt. Er weiß noch nicht, was gut oder böse ist. Er ist einfach nur da und das Rad des Lebens beginnt sich zu drehen. Im Laufe der Zeit macht man schon als Kind die ersten Erfahrungen, die einen vielleicht das ganze Leben lang prägen sollen. Diese Erfahrungen sind nicht immer positiv. Manchmal hat man keine Wahl. Man muss irgendwie in der „Suppe“ weiter schwimmen, bis man erwachsen kann.

Und wenn man erwachsen ist? Mit all den Erfahrungen, die man schon sammeln musste. Andere Dinge dazu kommen, die das Leben so schreibt. Dann hat man die Chance aus genau dieser „Suppe“ heraus zu kommen. Seine eigene „Suppe“ zu kochen. Das ist nicht immer leicht. Manchmal braucht man sehr viel Kraft dazu. Doch – „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt:“ – sagt man.

Es gibt so viel positive Dinge im Leben. So ganz kleine, die so alltäglich sind, dass man sie überhaupt nicht mehr wahr nimmt. Das man in unseren Kreisen der Erde immer ein Dach über den Kopf hat, zum Beispiel. Oder das wir keinen Hunger leiden müssen. Für uns kleine Dinge, die wir eben so mit nehmen. Jeden Tag. Die woanders auf der Welt schon wieder zu den großen Dingen gehören.
Ganz oft sehen wir die positiven Dinge gar nicht mehr. All das was wir haben. Vieles von dem brauchen wir oft gar nicht. Aber wir haben sie. Materielle Dinge an denen wir uns messen. Jeder will immer mehr als der andere. Materielles was ganz schnell ins negative umschlagen kann.

Und schon dreht sich die Schraube nach unten. Wir wollen mit halten. Mit all den anderen. Weil wir immer noch dazu gehören wollen. Zur großen breiten Masse. Fassade bewahren. Damit man nicht zur Zielscheibe wird. Denn sie lauert überall. Diese miese Fratze „einer macht den andern fertig“.
Und während wir versuchen dieser Schraube zu entkommen, merken wir oft gar nicht, dass wir uns so Stück für Stück das eigene Leben in den Ruin fahren. Wir fahren unser Leben an die Wand, um einfach so wie andere zu sein.
Oft fangen wir an über unsere Verhältnisse zu leben. Irgendwann wird’s immer enger und das mit der Fassade halten, will auch nicht mehr so richtig funktionieren. Und obwohl der Mensch ein „Herdentier“ ist setzen wir zum Rückzug an. Wir tauchen ab. Immer tiefer. Und plötzlich sind wir so tief gesunken, dass uns das Licht fehlt um gesund zu bleiben. Wir werden krank. Krank davon unsere Fassade zu halten.

Mit einem Mal sind ganz andere Dinge wichtig. Den Kontakt zur Menschheit als solche haben wir teilweise längst verloren oder auf das nötigste beschränkt. Uns geben ganz andere Dinge Halt. Wo wir Menschen gar nicht für brauchen. Und wir straucheln weiter. Im Leben selbst gibt es nichts buntes mehr. Es ist alles nur noch schwarz oder weiß. Ein „Dazwischen“ gibt es nicht mehr. Wir merken zwar, dass wir auf der „Titanic“ sind. Aber wir fangen an nur noch eins zu tun. „Nichts“. Wir geben uns unserem Schicksal hin. Dem Schicksal, welches wir selber geschaffen haben.

Ab und an kommt einer. Aus der Menschheit, der sich nach einem erkundigt. Der vielleicht auch noch andere Dinge im Leben sieht. Doch wir nehmen es nicht mehr wahr. Weil wir unser Leben in der „Finsternis“ längst akzeptiert haben. Uns damit abgefunden haben, wie die Schraube sich dreht. Und irgendwie auch gar keine Lust mehr haben, da wieder raus zu kommen. Weil das vielleicht Kraft kosten würde. Und schon entsteht ein Teufelskreis. Wir bleiben also da wo wir sind und tun einfach nur immer noch „Nichts“.

Viele Dinge im Leben passieren, weil wir es so wollen. Egal ob es ein Tiefpunkt ist, den wir durchleben, oder ob es einem gut geht. Teufelskreise kann man durchaus durchbrechen. Wenn man es selber will. Wenn man selber dafür tut.

Die Dinge im Leben verschieben sich halt. Immer wieder wird etwas wichtiger, als es das Andere vorher war. Weil das Leben die Geschichten schreibt. Geschichten, auf die wir ganz oft sogar Einfluss haben. Mit dem was wir tun. Geschichten die das Leben so lange ab spult, wie wir es zu lassen.

Mit neuen Dingen kann man ganz oft neue Geschichten schreiben. Negative Dinge, die einem das Leben eine Zeit lang schwer gemacht haben, aus denen kann man positives ziehen. Und sei es nur der Sachverhalt, das eben diese Dinge hinter einem liegen. Man den Kopf wieder frei hat für andere bessere Dinge im Leben.

Es gibt so viele Dinge im Leben, die man beeinflussen kann. Aber…
„Wenn Du in der Suppe bleibst, die Du Dir am Ende selbst gekocht hast. Dann bist Du selber Schuld!“