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Addi und der Feuerwehrmann

Ein schöner Sommertag neigt sich dem Ende entgegen. Die Sonne stand schon sehr tief, über dem kleinen Dorf, mitten in einer Landschaft aus Feldern Wiesen und Weiden. Die Pferde waren noch auf der Koppel und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Mitten in diesem Dorf, dass nur aus etwa zwanzig Häusern, bestand wohnte ein kleiner Junge. Er war gerade mal 6 Jahre alt und ging noch in den Kindergarten. Doch bald schon konnte er in die Dorfschule gehen. Addi freute sich schon sehr. Endlich schreiben und lesen lernen.

Er war ein sehr aufgeweckter Junge, der keine Angst kannte. Wenn er spürte, dass jemand in Not war, versuchte er zu helfen so gut er nur konnte. Und wenn er gefragt wurde, was er einmal werden will, sprach er: „Ich werde einmal Feuerwehrmann!“

Eines Tages, Addi spielte mit seinen Freunden auf dem Dorfplatz, zogen plötzlich schwarze Rauchwolken in den Himmel. Als Addi diese sah rief er: „Schaut mal da, die Rauchwolke! Irgendwo da hinten ist sicher ein Feuer.“ Kaum hatte er dies ausgesprochen, unterbrachen die Kinder ihr Spiel und liefen auf die Wolke zu. Noch eh sie diese erreichten, hörten sie hinter sich das Martinshorn der Dorf-Feuerwehr, die wenige Sekunden später an den Kindern vorbei raste.

Als die Kinder um die Ecke bogen, sahen sie, dass es eine alte Scheune war, die lichterloh brannte. „Halt!“, rief einer der Feuerwehrmänner. „Bleibt zurück. Das hier ist sehr gefährlich. Nicht das euch noch etwas zu stößt.“ Die Kinder blieben stehen und betrachteten das Geschehen von weitem.

Eines der Kinder sprach Addi an. „Sieh nur wie das qualmt. Und wie viel Wasser da aus dem Schlauch heraus kommt.“ Doch Addi war nicht mehr ansprechbar. Wie gebannt sah er den Feuerwehrmänner bei der Arbeit zu. Jeden Handgriff verfolgte er genau.

Es dauerte knapp eine Stunde, dann war der Brand gelöscht. Die Scheune war bis auf den Boden herunter total zerstört. Was das Feuer nicht erreichen konnte, erledigten die Wassermassen. Langsam aber sicher begannen die Feuerwehrmänner den Schlauch wieder ein zu rollen und stiegen wieder in das Auto ein. Einer der Feuerwehrmänner hatte Addi beobachtet. „Na kleiner Mann, du schaust aber sehr interessiert.“

Addi erschrak. „Ja, ähm. Ich finde das sehr interessant und spannend. Später wenn ich einmal groß bin, werde ich auch ein Feuerwehrmann. So wie ihr.“ sprach Addi plötzlich ganz aufgeregt. „Wie alt bist Du denn?“ „Sechs und bald komme ich zur Schule. Und wenn ich lesen und schreiben kann…“

Der Feuermann unterbrach Addi. „Wenn Du in der Schule bist, dann komm uns doch in den Ferien einmal besuchen. Wo die Dorf-Feuerwehr ist weißt du ja sicher. Komm einfach mal bei uns vorbei.“ Als Addi das hörte, lies er die anderen Kinder einfach stehen und eilte nach Hause.

Vollkommen außer Atem kam er zu Hause an. „Wo kommst du denn jetzt her?“ fragte sein Vater. Da hinten am Dorfende ist eine alte Scheune abgebrannt. Da waren wir, der Feuerwehr bei der Arbeit zu sehen. Und ich habe mit einem Feuerwehrmann gesprochen.“ Addi erzählte seinem Vater alles, was der Feuerwehrmann ihm vorher gesagt hatte. Sein Vater schmunzelte. „Komm erst einmal in die Schule. Dann sehen wir weiter.“

Die Zeit bis zur Schuleinführung verging ziemlich schnell. Endlich kam Addi in die Schule. Stolz trug er seine Schultüte im Arm und den Schulranzen auf dem Rücken. Am ersten Schultag war er sehr aufgeregt, weil er nicht so genau wusste, was auf ihn zu kommt. Er ging ins Schulgebäude und suchte sein Klassenzimmer. Seine Klassenlehrerin stand bereits an der Tür und wartete auf ihn. Als sie Addi sah begrüßte sie ihn freundlich und zeigte ihm wo er sitzen sollte. Addi nahm in der ersten Reihe Platz und packte all seine Schulbücher, Hefte und Stifte aus.

Dann ging es endlich los. Addi, der ohnehin sehr wissbegierig war, fiel das lernen nicht schwer. Schnell erfasste er den ganzen Unterrichtsstoff, so dass er am Ende der Schuljahres sehr gut lesen und schreiben konnte.

Während Addi nach der Schule inzwischen auch alleine nach Hause gehen konnte, ging er immer wieder an der Dorf-Feuerwehr vorbei. Sie lag auf seinem Schulweg.

Eines Tages bemerkte er, dass im Schaukasten ein Zettel aus gehangen war. Addi ging hin. Zum ersten Mal wusste er, wie sinnvoll es ist lesen zu können. Die Dorf-Feuerwehr plante in seiner zweiten Ferienwoche der Sommerferien einen Tag der offenen Tür. Schnell lief Addi nach Hause.

„Hee hört mal. In der Dorf-Feuerwehr ist Tag der offenen Tür. Können wir da hin gehen?“ fragte er seine Eltern. Sein Vater hatte den Zettel längst bemerkt. „Ja das machen wir, aber noch sind ja keine Ferien.“
Obwohl Addi die Schule richtig Spaß machte, fieberte er nun den Ferien entgegen. Doch die letzte Woche Schule sollte wie im Fluge vergehen. Stolz kam Addi mit seinem ersten Zeugnis nach Hause. Seine Eltern waren sehr zufrieden damit.

Die erste Ferienwoche verbrachte Addi damit, ein Buch zu lesen. Auch mit den Kinder aus dem Dorf traf er sich regelmäßig und spielte wie gewohnt mit ihnen auf dem Dorfplatz.