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Willi sucht seine Familie

In einem Dorf, an einem nahegelegen Waldgebiet wohnen Paul und Luca. Oft sind die beiden im Wald unterwegs. Sie toben, sie klettern auf Bäumen herum. Eines Tages stand Luca auf einem sehr hohen Baumstumpf, breitet die Arme aus und rief so laut er nur konnte:“ Ich bin der König des Waldes.“ Und während er mit den Armen ruderte lachte Paul ihn aus.

Plötzlich rief Paul: „Luca Achtung!“ Doch es war zu spät. Paul stürzte von dem Baumstumpf herunter und krachte direkt auf den Waldboden. Paul rannte so schnell er konnte zu ihm: „Ist Dir etwas passiert?“

Luca stand auf und bemerkte, dass er voller Ameisen war. „Nein“. Wie wild versuchte er alle Ameisen ab zu schütteln. „Sieh nur Paul, ich bin direkt in einen Ameisenhaufen gestürzt.“ Die Kinder lachten und gingen nach Hause. Luca war sich ziemlich sicher, dass er die Ameisen alle abgeschüttelt hatte.

Zu Hause angekommen bemerkte er ein seltsames Jucken an seinem linken Bein. Er sah hinab und entdeckte noch eine Ameise. Diese schnippte er davon und ging hinein.

Die Ameise selbst flog einen Meter weiter und blieb liegen. Nach geraumer Zeit kam sie wieder zu sich. Es war Willi. Willi wohnte genau in dem Ameisenhaufen, wo Luca hineingefallen war. Er sah sich um. „Wo bin ich? sprach er leise. „Wo sind all die anderen?“

Willi hatte komplett die Orientierung verloren. Eines wusste er aber genau. „Hier kann ich nicht bleiben.“ Er lief los. Quer durch das Dorf, über Stock und Stein. Bis es dunkel wurde. „Ich brauche ein Versteck für die Nacht.“ dachte er. In einer Scheune fand er Unterschlupf und schlief sehr schnell ein.

Schon am nächsten Morgen lief er weiter. So schnell ihn seine Beine tragen konnten. Nach einiger Zeit stand er vor einer Wiese. „Hier bin ich sicher“ flüsterte er, ging auf die Wiese und ruhte sich aus.

Mit einem Mal sah er einen großen Schatten und erschrak. Er sah hinauf. Vor ihm stand eine Heuschrecke, die ihn fragend an sah. „Wer bist Du denn?“ „Ich bin Willi die Ameise. Ich suche meine Eltern. Zwei Jungen haben unseren Ameisenhaufen zerstört, und einer von ihnen hat mich weg getragen. Ich finde den Weg nicht mehr zurück.“

Die Heuschrecke sah Willi an. „Wenn Du da drüben zu dem Feld kommst, da hält sich ein Feldhamster auf. Er ist zwar sehr groß, aber keine Angst. Er kommt viel schneller und weiter herum auf der Welt. Vielleicht kann er Dir helfen.“

Willi bedankte sich bei der Heuschrecke und zog Richtung Feld. Am Feld angekommen, sah er niemanden. Also ruhte er sich erst einmal aus und schlief wieder ein.

Am nächsten Tag, die Sonne stand schon sehr hoch, wachte Willi wieder auf. Er sah noch immer nichts. Und lief quer über das Feld. Doch dann entdeckte er ein kleines Loch im Boden. „Ob hier der Feldhamster wohnt?“ Willi ging keinen Schritt weiter und lauerte. Schon nach kurzer Zeit regelte sich die kleine Nase des Feldhamsters aus dem Loch.

„Hallo, hallo, bist Du der Feldhamster?“ rief Willi aufgeregt. „Kannst Du mir helfen?“ Willi erzählte dem Hamster was er alles erlebt hatte.

Der Hamster hört Willi geduldig zu. „Du suchst also Deine Ameisenfamilie. Hm.. Da links an den 2 Strohballen entlang, ist es nicht mehr weit in den Wald. Ameisen leben ganz oft im Wald. Vielleicht hast Du dort Glück.“

Damit war der Feldhamster wieder in seinem Bau verschwunden. Willi saß noch immer da und überlegte. „ An den Strohballen vorbei, in den Wald. Da muss ich entlang“ als der Hamster erneut auf tauchte. „Willi?“ sprach er „komm steig auf meinen Rücken. Du bist sicher schon sehr weit gelaufen. Steig auf meinen Rücken, ich bringe Dich zum Waldrand.“

Willi tat was ihm der Feldhamster sagte, auch wenn er doch ein wenig Angst hatte. Am Waldrand angekommen kletterte Willi herunter. „Siehst Du, nun bist Du schon am Wald. Ich hoffe Du findest Deine Familie wieder.“
Und noch eh Willi sich richtig bedanken konnte, war der Feldhamster schon wieder verschwunden.