Was macht der Igel im Winter? – überarbeitete Version

Schnuffi ist ein kleiner Igel. Er lebt in einer Gartensparte und fühlt sich da sehr wohl. Immer wieder wird er in der Abenddämmerung von Menschen entdeckt, die ihm Futter hin stellen. Doch dies verschmäht Schnuffi sehr häufig, da er viel lieber Insekten mag, statt Obst.

Eines späten nachmittags traf Schnuffi auf einen Grashüpfer. „Hee“ sprach Schnuffi. „Spring lieber weg, bevor ich dich verschlinge.“ Der Grashüpfer war sichtlich erschrocken. „Bitte tue mir nichts, ich such doch nur ein sicheres Nachtlager.

Schnuffi lachte: „Nachts schlafen? Ich gehe nur in der Nacht spazieren. Da bin ich sicher vor den Menschen. Und Nahrung finde ich in der Dunkelheit genügend. Die brauche ich auch. Der Herbst ist da. Ich muss noch Reserven an futtern. Für den Winter.“

Der Grashüpfer staunte nicht schlecht. Und sprang davon. Der Igel machte sich wieder auf den Weg durch die Gartensparte. Immer wieder achtete er darauf nicht entdeckt zu werden. Doch dann geschah es. Am Rande der Gartensparte, fernab des Haupteinganges wurde er von einem kleinen Mädchen entdeckt, welches gerade mit ihrer Mama den Garten betrat. „Mama da schau mal. Ein Igel.“ Und eh ihre Mama etwas erwidern konnte, rannte das Mädchen auf den Igel zu. Dieser rollte sich vor lauter Angst zusammen.

„Mama sieh nur. Jetzt sieht er aus wie eine Stachelkugel.“ Die Mutter erklärte: „Du hast ihn wohl erschreckt. Fass ihn nur nicht an. Er bekommt noch mehr Angst.“ Lass uns ins Haus gehen und ihn von da aus beobachten.

Das Mädchen tat, was ihr die Mutter gesagt hatte und ging mit ihr ins Haus. Sie setzte sich ans Fenster und beobachtet den Igel.

Schnuffi lag noch immer zusammen gerollt da und traute sich nicht, sich zu rühren. Erst als es wieder ganz still um ihn war rollte er sich wieder auf und schob vorsichtig seine Nase hervor. Nur langsam bewegte er sich weiter.

„Mama da sieh nur. Er hat sich auseinander gerollt.“ sprach das Mädchen vollkommen aufgeregt.
„Lass ihn nur. Geh nicht hinaus. Er wird auf der Suche sein. Nach Material zum Nest bauen. Für den Winter.“
„Für den Winter? Was tut er da? fragte das Mädchen interessiert. „Im Winter schlafen die Igel. Schon im Herbst beginnen sie sich das Nest zu bauen. Aus Laub, Moos und Gras. Um sich schlafen zu legen. Im Winter gibt es kaum Insekten. Von denen sich der Igel ernähren kann. Deshalb frisst er sich ein Polster an und legt sich schlafen. Und Im Frühjahr taucht er wieder auf.“

Das Mädchen dachte kurz nach. „Mama, aber vielleicht könnten wir dem Igel helfen ein Nest zu bauen?! Hinter unserem Haus ist es doch sehr ruhig. Vielleicht können wir ihm das Laub aus unserm Garten da hin bringen. Damit er nur noch Gras und Moos sammeln muss.“

„Das ist eine gute Idee. Lass uns nachher das Laub zusammen fegen und hinters Haus bringen. Vielleicht bemerkt der Igel das wir ihm helfen wollen. Aber warten wir damit, bis er weg ist. Damit wir ihn nicht wieder erschrecken.“ erwiderte die Mama.

Das Mädchen, welches das Fenster längst verlassen hatte rannte zurück. „Er ist nicht mehr da. Ich schau mich draußen ein wenig um, ob er wirklich weg ist.“

Während das Mädchen leise durch den Garten spazierte und nach dem Igel sah, ging die Mutter in den Schuppen der am Haus angebaut war und suchte einen Rechen. Mit dem wollte sie das Laub zusammen fegen.

„Er ist nicht mehr hier“ sprach das Mädchen leise. „Gut, dann lass uns mit der Arbeit beginnen. Ich fege das Laub zusammen und du trägst es hinter das Haus.“

Die beiden taten was sie tun mussten. Bis zum letzten Blatt sammelten sie all das Laub zusammen und bauten einen Laubhaufen hinter das Haus.
Als die Arbeit getan war gingen sie wieder nach Hause.

Inzwischen war es dunkel geworden. Schnuffi war wieder unterwegs um noch einige Insekten zu fressen und Ausschau nach geeignetem Laub, Gras und Moos zu halten. Er musste sich beeilen. Bis zum Winter war es nicht mehr weit. Als er zurück in dem Garten an kam, wo er von dem Mädchen gesehen wurde, sah er sich um. „Wo ist nur all das Laub hin?“ dachte er. Es wäre so toll gewesen für mein Winterquartier. Traurig lief er durch den Garten.

Hinter dem Haus angekommen sah er den großen Haufen Laub. Und wunderte sich. „Was ist das?Ob ich… ja ob ich vielleicht hier mein Winterquartier aufbauen kann? Aber was ist wenn die Menschen wieder kommen?“ überlegte Schnuffi. Er konnte nicht wissen, dass das Mädchen das Laub extra für ihn hingelegt hatte.

Schnuffi, der noch immer skeptisch war kroch in den Laubhaufen. „Wie gemütlich es hier ist. Und so ruhig. Hier findet mich bestimmt niemand. Und wenn ich ganz leise bin.“ Damit unterbrach er seine eigenen Gedanken und fing an sich ein Nest zu bauen. Die nächsten Nächte verbrachte er damit, sich Gras und Moos zu besorgen und das Winterquartier weiter aus zu bauen.