Aktuell

Die kleine Biene Sumsi – Wie kommt der Honig ins Glas? – überarbeitete Version

Noch beherrscht der Winter all die Wiesen, Felder und Wälder. Alles war mit Schnee bedeckt. Doch schon ein paar Wochen später, hielt der Frühling wieder Einzug in die Natur. Langsam wurde es wieder wärmer, der Schnee und die Kälte zogen sich zurück. Erste Schneeglöckchen waren bereits zu sehen. Auch andere Blumen fingen wieder an zu wachsen und malten die Wiese in einen bunten Teppich voller Farben.

Auf einer dieser Blumenwiesen wohnt die kleine Biene Sumsi mit ihrer Mama. Die Sonne sie war schon sehr warm. Sumsi, die den Winter über mit schlafen verbracht hatte, wurde von einem Sonnenstrahl geweckt. Sie regte und streckte sich und öffnete die Augen. Langsam krabbelt sie aus ihrem Versteck heraus. Wie herrlich es doch nach Blumen roch. Sie flog eine kleine Runde um sich um zu sehen.

Wie jedes Jahr sah sie auch den Wald, der an die Wiese grenzte. „Dieses Jahr fliege ich da hin. Um zu sehen was es dort zu entdecken gibt.“ dachte sie sich. Doch zunächst musste sie zurück. Ihre Mama wecken, die noch immer schlief.

„Mama?“ sprach sie leise. „Mama wach auf. Der Frühling ist da. Es ist wieder Zeit Nektar zu sammeln. Und Honig zu machen.“
Sumsis Mama rekelte sich und öffnete die Augen. Endlich wieder Frühling dachte sie und flog ebenfalls aus dem Versteck heraus. Sumsi flog ihr nach. „Sieh nur Mama, die vielen bunten Blumen auf der Wiese.“
„Sumsi, lass uns da drüben am Waldrand in unserem Baum nach dem Nest sehen. Ob es im Winter Schaden genommen hat. Wir müssen es her richten um den Nektar dort zu lagern und Honig zu machen.“

Gesagt getan. Während die beiden ihr Nest her richteten sprach Sumsi: „Mama, was ist da eigentlich im Wald? Wer wohnt da?“

„Im Wald? Da wohnt der Fuchs, der Wolf und der Bär. Auch der Mensch geht im Wald spazieren. Warum fragst du?“ „Ich möchte gerne mal in den Wald fliegen“ sprach Sumsi „und mir alles ansehen.“
Die Mama sah Sumsi erschrocken an. „Das wirst Du nicht tun! Das ist viel zu gefährlich!“

Endlich ging es los.. Die beiden flogen über die Wiese und sammelten fleißig Nektar aus all den Blüten auf der Wiese und trugen diesen in ihr Nest, wo später Honig werden sollte.

Eines Morgens wurde Sumsi von einem seltsamen Geräusch geweckt. Ein leises kratzen am Baum war zu hören. Vorsichtig krabbelte sie Richtung Nest-Ausgang und sah in zwei große dunkle Augen. „Wer, wer bist Du?“ stotterte sie ängstlich.

„Ich bin der Bär aus dem Wald.“ sprach dieses große Wesen, was Sumsi an sah. „Du bist der Bär aus dem Wald? Kannst Du mir den Wald ein Mal zeigen? Und was willst Du überhaupt hier? Warum kratzt Du an unserem Baum herum?“ sprach sie so leise, dass ihre Mutter sie nicht hören konnte.

„Hier riecht es so lecker nach Honig.“ brummte der Bär. „Ich mag Honig sehr gern. Und dachte ich kann mir hier ein klein wenig holen. Drüben am anderen Ende des Waldes, bei den Menschen. Da trau ich mich nicht hin. Sie jagen mich fort, wenn sie mich sehen. Und ich ihren Honig schlecken will.“

„Drüben am anderen Ende des Waldes? Bei den Menschen? Da gibt es auch Honig? Was machen die Menschen damit?“ fragte Sumsi neugierig.

„Nun, sie halten sich ganze Bienenvölker und bringen den Honig ins Glas. Um ihn dann zu essen.“
„Lieber Bär.“ bettelte Sumsi „Kannst Du mir nicht den Wald zeigen und mich da hin führen? Zu den Menschen?“

Der Bär sah Sumsi verdutzt an. „Hast Du denn gar keine Angst? Im Wald ist es gefährlich.“ Sumsi lachte: „Ich Angst? Nein! Lass uns einfach los ziehen. Mit Dir an meiner Seite, kann mir doch nichts passieren. Du bist groß und stark. Aber halt warte. Ich will Dir erst ein wenig Honig schenken.“

Sumsi kroch leise in den Baum um dem Bär ein wenig Honig zu holen. Und während sich Sumsi mit dem Bären auf den Weg machte, schlief ihre Mama tief und fest.

Je tiefer sie in den Wald kamen, um so ängstlicher wurde Sumsi doch. Es wurde immer dunkler. „Bär, sag mir, warum ist es hier im Wald so dunkel?“ „Siehst Du die hohen Bäume überall? Und wie dicht sie stehen? Die Sonne kommt hier nur selten hinein. Darum ist es hier so dunkel.“

Sie gingen weiter und weiter. „Bär schau mal da unten. Da auf dem Boden. Da liegt ein Hut. Vielleicht kann ich den mit nehmen.“ Der Bär lachte. „Das ist kein Hut, dass ist ein Pilz. Den kannst Du auch nicht mit nehmen. Lass ihn nur stehen. Pilze sind sehr wichtig für den Wald.“

Nachdem sie eine ganze Weile gegangen waren kamen sie an eine große Lichtung. „Pst sei leise“ sprach der Bär. Damit die Menschen uns nicht erwischen.“
Sumsi sah, wie ganz viele Bienen immer wieder in einen Kasten flogen. „Sieh nur Bär, wieviele Bienen da sind. Aber warum fliegen sie immer in diesen Kasten, wenn der Wald doch voller Bäume ist?“

Der Bär erklärte: „Diese Kästen stellen die Menschen auf. Und bevölkern diese mit so kleinen Bienen, wie Du eine bist. Diese Bienen fliegen wie Du über die Wiesen und sammeln Nektar. So wie Du auch. Und wenn in den Kästen genug Honig ist, entfernen sie diesen und bringen ihn ins Glas. Für die Menschen.“

Inzwischen war es später Nachtmittag. Sumsi staunte nicht schlecht, als sie das erfuhr. „Bär“ sagte Sumsi. „Sieh nur, die Sonne geht schon wieder unter. Meine Mama wird sich Sorgen machen. Ich muss ganz schnell nach Hause.“

„Ruhig“, sprach der Bär. „Komm setz Dich auf meine Schulter. Ich werde Dich zu deinem Baum zurück bringen. Hab keine Angst. Ich werde so schnell ich kann für dich laufen.“

Sumsi tat was ihr der Bär sagte. Der Bär lief so schnell er nur konnte. Schon aus der Ferne hörte man Sumsi Mama rufen: „Sumsi, Kind, wo bist Du nur?“

Sumsi, die die Rufe der Mama gehört hatte schrie: „Hier Mama, hier bin ich.“ Als der Bär nah genug heran war flog Sumsi los. „Mama, Mama Du weißt gar nicht was ich heute erlebt hab. Der Bär hat mich…“ Sumsis Mama unterbrach sie. „Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht. Lass uns in den Baum fliegen und erzähl mir da alles.“

„Halt Mama.“ Sumsi flog zurück zum Bären. „Danke lieber Bär. Das Du mich mit in den Wald genommen hast. Und wenn Du wieder ein Mal Honig magst, dann komm vorbei. Ich gebe Dir sehr gern Honig ab.“ Damit flog Sumsi in den Baum und erzählte ihrer Mama von dem Wald, der immer dunkler wurde, von den Pilzen die sie gesehen hatte und von den Menschen, die den Honig ins Glas bringen.